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Mt

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Mt 17,1–9, 2. Fastensonntag A

#Predigt #Mt #Fastenzeit

I

Nie, sterblichen Meistern gleich Habt ihr Himmlischen, ihr Alleserhaltenden, Dass ich wüsste, mit Vorsicht Mich des ebenen Pfads geführt.

Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen, dass er kräftig genährt, danken für alles lern und verstehe die Freiheit, aufzubrechen, wohin er will. 1

II

Nicht des ebenen Pfads führen die Erzählungen der Evangelien Jesus und seine Jünger am Zweiten Fastensonntag2, sondern zunächst auf einen geheimnisvollen Berg und von dort ins Ungewisse. Wo diese Begebenheit stattgefunden haben könnte, wissen wir nicht genau. Die spätere Überlieferung hat den Berg als den Tabor identifiziert, der schon lange vor Jesu Zeiten ein heiliger Ort war. Einsam und weithin sichtbar ragt der Tabor über den See Genezareth und das weite Land der Jesreʿel-Ebene auf. Ihn zu besteigen ist ein gemütlicher Spaziergang, und doch fühlt man sich auf dem Gipfel herausgehoben aus dem Alltag, abgeschirmt vom täglichen Trubel und beschützt.

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Salz

Mt 5, 13–16, Fünfter Sonntag im Jahreskreis A

#Predigt #Mt

I

Der menschliche Geschmackssinn kann fünf grundlegende Geschmacksrichtungen wahrnehmen: süß und sauer, fleischig, bitter – und salzig. Den Geschmack von Salz kennen wir alle. Viele Speisen verfeinern wir mit Salz: Fleisch und Gemüse, Salate und Suppen und einiges mehr. Salz kann helfen, das Geschmackserlebnis eines guten Gerichts zu steigern.

Aber woher bekommt das Salz selbst seinen Geschmack? Und wie kann es passieren, dass es schal wird und diesen Geschmack verliert, wovon Jesus im Evangelium spricht?

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Meeresküste in Nordafrika

Mt 5,1–12, Vierter Sonntag im Jahreskreis A

#Predigt #Mt

I

Im Frühling wohnen in Tipasa die Götter. Sie reden durch die Sonne und durch den Duft der Wermutsträucher, durch den Silberkürass des Meeres, den grellblauen Himmel, die blumenübersäten Ruinen und die Lichtfülle des Steingetrümmers. Zu gewissen Stunden ist das Land schwarz vor lauter Sonne. Vergebens suchen die Augen mehr festzuhalten als die leuchtenden Farbtropfen, die an den Wimpern zittern. Der herbe Geruch der Kräuter kratzt in der Kehle und benimmt in der ungeheuren Hitze den Atem. Hier trifft man die Götter wie Ruhepunkte im Lauf der Tage. Ich sage: »Dies Ding ist rot und jenes blau und jenes grün. Hier ist das Meer und dort das Gebirge, und dort sind Blumen.«

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Steuermann im Sturm

Mt 4,1–11, Erster Sonntag der Fastenzeit (A)

#Predigt #Fastenzeit #Mt

I

Ich stehe am Steuer meines Lebensschiffes. Die Gischt schäumt um den Bug, kühn schaue ich nach vorne, den Blick in die Ferne gewandt. Wie ein Held breche ich auf ins Unbekannte, um mir meine Zukunft zu holen, von der ich geträumt habe – ein Leben, das mir gehört und das ich nach meinem Willen gestalten kann, anders als Tradition und Herkunft es mir sagen. Alle kühnen Abenteurer sind auf diese Weise aufgebrochen, angefangen von den Sagengestalten der Antike bis zu den Eroberern der Neuen Welt und in fernen Jahrhunderten die Mannschaft der Enterprise.

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